Wasserkraftwerk in Rutki
Das Wasserkraftwerk in Rutki, das im Oktober 1910 in Betrieb genommen wurde, ist das am höchsten gelegene Kraftwerk am Fluss Radunia und das zweite seiner Art in der Region. Es wurde auf Initiative des Kreises Kartuzy errichtet und versorgte zunächst die umliegenden Gebiete. In den 1920er Jahren wurde es an die 60-kV-Leitung Gródek–Wybrzeże angeschlossen, wodurch es möglich wurde, Strom in die sich rasch entwickelnde Stadt Gdynia zu leiten und so den Bau des Hafens und der Stadt zu unterstützen. Das Kraftwerk in Rutki war von Anfang an als Laufkraftwerk mit Speicher konzipiert. Es ist mit zwei Wasserkraft-Einheiten ausgestattet, die horizontal montierte Francis-Turbinen (mit Doppelrotoren) enthalten und direkt mit zwei Synchron-Generatoren mit einer Leistung von jeweils 280 kVA gekoppelt sind. Die Turbinen arbeiten unter einer Fallhöhe von 11,97 Metern, mit einer gesamten Durchflussrate von 6 m³/s und einem Einzugsgebiet von 310 km². Viele der ursprünglichen technischen Elemente des Kraftwerks sind noch in Betrieb, wodurch seine historische Infrastruktur erhalten blieb, trotz mehrerer Modernisierungen, die sich hauptsächlich auf die Schalt- und Steueranlage bezogen.
Als Reaktion auf den wachsenden Energiebedarf wurde 1927 ein Sechszylinder-Dieselmotor mit 500 PS und einem einzigartigen Synchron-Generator mit drehendem Stator installiert. Obwohl diese Einheit in den 1950er Jahren außer Betrieb genommen wurde, wurde der Generator in das Kraftwerk Struga verlegt, wo er bis 2014 in Betrieb blieb. Das Kraftwerk Rutki überstand den Zweiten Weltkrieg mit minimalen Schäden und nahm die Stromproduktion bereits 1945 wieder auf. 2011 wurde die Modernisierung des Erzeugungsteils eingeleitet, um das historische Erscheinungsbild der Wasserkraft-Einheiten zu erhalten. Im Jahr 2015 wurde die Restaurierung der historischen Erzeugungseinheit mit dem Original-Dieselmotor und -Generator abgeschlossen. Derzeit wird an einer dauerhaften Ausstellung der historischen Steuergeräte und Messinstrumente gearbeitet, die auf den originalen Marmorplatten montiert sind. Ein Teil der Ausstellung ist bereits für Besucher zugänglich und bietet Einblicke in die reiche Geschichte dieses einzigartigen Kraftwerks.
