Leuchtturm Ustka – ein baltisches Leuchtfeuer seit 1892
Der Leuchtturm von Ustka ist ein einzigartiges historisches Denkmal, das seit 1892 Seeleuten und Touristen dient und eine reiche Geschichte mit einer unverwechselbaren Architektur verbindet. Er wurde als Teil einer Lotsenstation errichtet, um die Schifffahrt bei schwierigen Wetterbedingungen an der Hafeneinfahrt zu erleichtern. Sein achteckiger Turm mit einer Höhe von 19,5 Metern grenzt an das gemauerte Gebäude der Lotsenstation und bildet eine harmonische Einheit.
Ein charakteristisches Merkmal des Leuchtturms ist seine reiche architektonische Dekoration – zahlreiche Gesimse, Giebel und unterschiedlich große Fenster. Beton- und Metalltreppen führen zu seiner Spitze, und eine Aussichtsgalerie ermöglicht die Beobachtung des Linsensystems. Das Leuchtfeuer befindet sich in einer Höhe von 22,2 Metern über dem Meeresspiegel und hat eine Reichweite von 18 Seemeilen (ca. 33 km).
Anfangs strahlte der Leuchtturm ein kontinuierliches rotes Licht aus, das 1904 in ein weißes, blinkendes Licht mit einem charakteristischen Muster geändert wurde: 4 Sekunden Licht und 2 Sekunden Dunkelheit. Derzeit besteht die Optik aus einer zylindrischen Linse mit einem Durchmesser von 1000 mm, und die Lichtquelle ist eine 1000-Watt-Lampe, die auf einem Zweipositionswechsler angebracht ist.
Das Bauwerk überstand den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet und nahm am 15. November 1945 als Leuchtturm Postomino den Betrieb wieder auf. Bereits 1947 kehrte jedoch der historische Name "Ustka" zurück. 1993 wurde der Leuchtturm in das Denkmalregister eingetragen und arbeitet seit 2010 vollautomatisch, womit die Ära der Leuchtturmwärter in Ustka endete.
Mit seiner vierstöckigen Struktur und dem Reichtum an architektonischen Details ist der Leuchtturm nicht nur ein funktionales Navigationsobjekt, sondern auch eine Touristenattraktion. Er ist ein ausgezeichneter Aussichtspunkt, von dem aus man das Panorama der Stadt, den Hafen und die Ostsee bewundern kann. Bei einem Besuch lohnt es sich, den Führer nach dem Geist zu fragen, der laut lokalen Legenden den Leuchtturm bewohnt.
