Herrenhaus in Gradkowice
Der Name "gard", übersetzt aus der altpreußischen Sprache, bedeutet "Burg". Über die Jahrhunderte hinweg ging dieses Anwesen in die Hände vieler pommerscher Familien über, wie den von Mach, von Krockow, Wejherowie und Chmielińscy. Seit 1859 war es im Besitz der Familie von Koss. Theodor von Koss führte eine Renovierung und Erweiterung des örtlichen Palastes durch, legte einen Park an und grub zwei Teiche aus. Erlich von Koss setzte die Modernisierung und Erweiterung des Anwesens und der Wirtschaftsgebäude fort. Leider erwies sich Karl von Koss als unverantwortlicher Mensch und verschwendete fast das Familienerbe. Glücklicherweise konnten seine Mutter und die Witwe von Erlich – Elżbieta von Koss – dies verhindern. Im Jahr 1945, als die Nachricht von der herannahenden sowjetischen Armee eintraf, beging Elżbieta zusammen mit ihrer Familie (zwei Enkelinnen und einer Schwiegertochter) kollektiven Selbstmord, indem sie Gift nahmen. Karl, der von der Jagd zurückkehrte und seine tote Familie fand, entschied sich ebenfalls für Selbstmord. Der einzige Überlebende der Familie war Elżbietas Enkel, der in den 1950er Jahren nach Deutschland auswanderte. Die Sowjets plünderten den Palast vollständig, nachdem sie ihn besetzt hatten. Während der kommunistischen Ära diente das Gebäude als Lagerhaus für die örtliche Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (PGR). Es verfiel allmählich, und während dieser Zeit wurde das Gebäude zu 80% zerstört. Im Jahr 1980 kaufte Graf Jakub Smólski mit Unterstützung von Professor Wiktor Zinn das gesamte Anwesen zurück. Der neue Besitzer rettete es vor dem Verfall, indem er Renovierungsarbeiten und die Restaurierung der Innenräume durchführte. An der Stelle des ehemaligen Eislagers, wo zufällig die Leichen der Mitglieder der Familie von Koss entdeckt wurden, errichtete der Graf ein Obelisk zur Erinnerung an die tragisch verstorbenen Vorgänger. Das heutige Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert umfasst ein zweistöckiges Herrenhaus mit einem vorderen Portal und einem halbrunden Risalit an der Gartenfassade, Nebengebäude, Wirtschaftsgebäude und einen kleinen von einer Mauer umgebenen Park.
Mit dem Herrenhaus ist eine Legende verbunden, nach der der Geist von Erlich von Koss den Palast bewacht und oft die knarrenden Treppen hinauf und hinab geht. Im Palast befindet sich auch ein bestimmtes Gemälde - ein Porträt eines maurischen Prinzen, der in ein Gewand gehüllt ist, dessen Ärmel mit Glöckchen verziert sind. Laut dieser Legende beginnen die Glöckchen zu läuten, wenn jemand im Palast sterben soll.
