Grabhügel-Friedhof Uniradze – Eine Spur alter Kulturen
Der Grabhügel-Friedhof in Uniradze, gelegen in der kaschubischen Region Polens in der Gemeinde Stężyca, ist die größte archäologische Stätte dieser Art in Polen und eine der größten in Europa. Er erstreckt sich über eine Fläche von etwa 6 km² am Ostufer des Raduńskie-Sees, wo sich etwa 3000 Grabhügel aus verschiedenen Epochen befinden. Die ältesten dieser Grabhügel stammen aus der Bronzezeit (ca. 1100-1000 v. Chr.), die jüngsten aus der frühen Mittelalter. Die Grabhügel in Uniradze sind vielfältig – Archäologen unterscheiden vier Haupttypen: von kleinen, runden Hügeln mit einem Durchmesser von bis zu 3 Metern bis hin zu monumentalen, über 15 Meter hohen Hügeln mit einer Höhe von 2-3 Metern. In ihrem Inneren wurden Steintöpfe mit der Asche der Verstorbenen entdeckt, die in der pommerischen Kultur nach der Verbrennung zusammen mit Ornamenten und Keramik beigesetzt wurden. Manchmal, wie im Fall eines gefundenen Zopfs eines jungen Mädchens, das mit Bernstein verziert war, verbergen die Grabhügel besondere Artefakte. Der Friedhof hat eine große religiöse und kulturelle Bedeutung – über 2000 Jahre lang war er eine Begräbnisstätte für verschiedene Gemeinschaften. Der nahe gelegene höchste Gipfel Kaschubiens, die Wieżyca, könnte eine symbolische Bedeutung gehabt haben, und die gesamte Umgebung könnte ein rituelles Zentrum gewesen sein. In Uniradze findet man auch sogenannte „Gesichtsurnen“ – verzierte Aschenurnen mit Bildern der Verstorbenen, die von den religiösen Praktiken der pommerischen Kultur zeugen, die sich von Pommern bis nach Schlesien und Lublin erstreckte.
