Die Kirche St. Georg in Rügenwalde
In der Nähe des Flusses Wieprza steht die gotische St.-Georgs-Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Es handelt sich um eine einschiffige Kirche, deren Länge das Zweifache der Breite beträgt. Der westliche Turm ragt nur geringfügig über das Dach hinaus und hat Wände, die mehr als einen Meter dick sind und Platz für die Glocke bieten. Die Wände des Kirchenschiffs sind mit 13 bogenförmigen Fenstern verziert, in denen rautenförmige Schilde in Blei eingebettet sind. Eines der Fenster an der Nordwand zeigte ein besonderes Bleiglas mit zwei Bären, die das Wappen von Adebar hielten. Darunter stand die Inschrift: „Senator Lorentz Adebar 1603“ – zu Ehren des im Jahr 1628 verstorbenen Ratsmitglieds, der später Kammerherr und Bürgermeister wurde. Ein weiteres historische Bleiglas befand sich in einem Fenster der Südwand und zeigte zwei gekreuzte Gabeln ohne zusätzliche Informationen. Die Kirche diente früher als Krankenhauskapelle und war mit zwei Krankenhäusern verbunden: dem Krankenhaus des Heiligen Geistes, in dem die Armen und Kranken untergebracht waren, und dem Krankenhaus des heiligen Jürgen, das hauptsächlich sich um Leprakranke kümmerte. Das Krankenhaus des Heiligen Geistes wurde von einem weiblichen Kartäuserorden geführt. Die Kirche wurde 1502 von Bischof Martin Karith geweiht und 1599 sowie im 17. Jahrhundert renoviert. Im Jahr 1623 wurden die Glocken der St.-Gertruden-Kirche dorthin verlegt.
