Das Schloss der Pommerschen Herzöge in Rügenwalde
Obwohl keine direkten Dokumente über den Bau der Burg in Darłowo gefunden wurden, datieren archäologische, architektonische Untersuchungen und historische Hinweise ihre Entstehung auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts, während der Herrschaft von Herzog Bogusław V und seiner Frau Elisabeth, der Tochter von Kasimir dem Großen. Im Jahr 1352 erwarb Bogusław eine Insel mit einer Mühle von Elżbieta von Behr, um dort eine Festung zu errichten. Zwischen 1352 und 1372 schritt der Bau voran, und es entstand die erste Bauphase der Burg, die bis heute erhalten geblieben ist. Die Burg war so repräsentativ, dass 1372 dort ein Treffen der pommerschen Fürsten stattfand. Die ursprüngliche gotische Burg wurde auf einem fast quadratischen Grundriss von 32 mal 34 Metern errichtet, mit einem Innenhof, der von etwa 14 Meter hohen Verteidigungsmauern umgeben war. Der Zugang erfolgte über eine Brücke und ein Tor im Nordflügel, wo sich auch Ritter- und Wohnsäle befanden. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die Burg modernisiert, wobei Herzog Erich I. von Pommern ein westliches Wohnflügel und einen zweiten Verteidigungsring hinzufügte. Um 1480 erweiterte Herzog Bogusław X die Burg um einen neuen, repräsentativen Flügel namens "Wieprzańskie". In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließ Herzog Barnim XI den Ostflügel erhöhen und schuf einen repräsentativen Saal und Wohnräume. Der Burgturm erreichte damals eine Höhe von 26 Metern. Im 17. Jahrhundert, nach einem Brand im Jahr 1624, führte Bogusław XIV die letzten größeren Renovierungsarbeiten durch, bei denen der Rittersaal in die Kapelle St. Elisabeth umgewandelt wurde, die bis ins 19. Jahrhundert als Kapelle diente. Trotz zahlreicher Modernisierungen hat die Burg ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt, und ihre Geschichte, die mit den pommerschen Fürsten verbunden ist, macht sie zu einem der bedeutendsten Denkmäler gotischer Wehrarchitektur in der Region.
