Das Giebelhaus in Mikoszewo - Geschichte, Architektur und königliche Erinnerungen
In Mikoszewo, am Deich der Weichsel, befindet sich ein bemerkenswertes Beispiel der Żuławy-Architektur - ein Giebelhaus, das Teil eines ehemaligen niederländischen Langhofes ist. Das Wohngebäude, Anfang des 19. Jahrhunderts (um 1800-1805) aus Holz errichtet, besticht durch seine Handwerkskunst und reiche architektonische Details. Die Blockbaukonstruktion ruht auf einem hohen Ziegelsockel, und seine südliche Veranda wird von massiven Säulen getragen, die dem Gebäude Eleganz und Leichtigkeit verleihen.
Die Fassaden des Hauses sind mit vertikal verkleideten Giebeln und Laubwerk-Durchbrüchen verziert, die auf alten Fotografien sichtbar sind. Die Südfassade ist dreiachsig mit einem zweigeschossigen Giebel, während die Ostfassade siebenachsig ist, mit einer Veranda auf den drei Mittelachsen. Barocke Fensterrahmen und reiche Reliefs um die Fensterlaibungen und Gesimse verleihen dem Gebäude einen einzigartigen Charakter. Das Dach, in einer Sparren-Kehlbalken-Konstruktion, ist mit klassischen niederländischen Ziegeln gedeckt.
Die Geschichte dieses Ortes reicht bis in die napoleonische Zeit zurück. In den Tagen vom 5. bis 8. Januar 1807 hielt sich Königin Luise, Gemahlin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., während ihrer Flucht von Berlin nach Königsberg vor Napoleons Truppen im Haus auf. Der Überlieferung nach bewohnte sie ein Zimmer im westlichen Giebel des Hauses, das damals dem Gastgeber Kroeker gehörte. Eine Legende besagt, dass die Königin ein Gedicht von Goethe aus "Wilhelm Meister" in eine Fensterscheibe ritzte - diese Scheibe soll später in ein Danziger Museum gelangt sein.
